Das Verlobungshäuschen und der Erhalt einer dörflichen Einrichtung | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Das Verlobungshäuschen und der Erhalt einer dörflichen Einrichtung

Die hölzerne Schutzhütte, auf der Grünfläche zwischen B417 und dem Parkplatz vorm Eingang zum Herthasee gelegen, war in die Jahre gekommen. Immerhin hat sie dort über 100 Jahre eine wechselhafte Geschichte erlebt und überlebt.

Bei näherem Hinschauen musste man feststellen, dass die tragenden Pfosten brüchig und angefault und einige Diagonalstreben bereits abgebrochen waren. Die Statik der Hütte stand auf wackeligen Beinen. Darum war es ratsam, den Zutritt zur Hütte erst einmal mit rotem Flatterband zu versperren.

Einzig das Dach war dicht und in einem guten Zustand. Schließlich ist es 2017 fachmännisch instand gesetzt worden.

Wie sollte es weitergehen? Abriss? Neuanschaffung? Renovierung? Anstatt einer Hütte eine Ladestation für E-Bikes inklusive Reparaturstation? Eine überdachte Picknicksitzgruppe aus Holz? An Vorschlägen mangelte es nicht.

Dann geschah erst einmal nichts.

In der Zwischenzeit bildete sich ein kreatives 3er-Team, in deren Köpfen die Idee entstand, dass es möglich sein müsste, mit vereinten Kräften die Hütte zu erhalten. Bei einem Ortstermin wurde der Status analysiert und besprochen, was zu tun ist, um die Hütte wieder fit zu machen.

Der erste Schritt: Ausmessen und Materialbeschaffung. Die erforderlichen Hölzer wurden im Fachhandel bestellt. Nach deren Anlieferung (diese Aufgabe wurde von den Gemeindearbeitern übernommen) konnte mit den Vorarbeiten begonnen werden. Die Statik-Pfosten wurden auf Länge gesägt und die Pfostenschuhe angeschraubt.

Dann folgte der Start der eigentlichen Umbaumaßnahme:

für diese umfangreichen Arbeiten war „man power“ erforderlich. Ein starkes 7er-Team, bestehend aus Bürgermeister, 2 Gemeindearbeitern, 1 Ratsmitglied, 2 Mitgliedern vom Verkehrsverein und 1 Mitglied vom Sportverein standen bereit und es konnte losgehen. Die alten, angefaulten Pfosten mussten ersetzt werden durch neue, stabile Pfosten, die in ein Betonfundament eingesetzt wurden. Dazu war das „schiefe“ Dach anzuheben und in eine horizontale Position zu bringen. Mit Hilfe des Traktors konnte das Dach in die gewünschte Lage gebracht werden. So konnten Pfosten für Pfosten ausgetauscht werden. Mit dem Erdbohrer wurden die Löcher für das Fundament gebohrt, Ruckzuck-Beton eingefüllt, Pfosten eingesetzt, korrekte Position kontrolliert, mit dem Dachrahmen verschraubt, ...fertig! So ging es Schritt für Schritt weiter bis alle 6 Statik-Pfosten gesetzt waren. Die wichtigste Arbeit war erledigt. Das Dach stand auf neuen, stabilen Füßen. Arbeitstag beendet.

In der Folge wurden die Diagonal-Pfosten angeschraubt, 3 Sitzbänke angebracht und der Boden mit Split versehen.

Im finalen Arbeitsgang wurden alle Pfosten und die Bänke gestrichen und das Dach von Moos befreit.

Das war´s.

Nun steht es da, das alte, neue Verlobungshäuschen

Gesagt, getan 😊

Autor: Jürgen Korte