Verbandsgemeinderat stellt Weichen für neuen Sanierungsplan | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Rückgabe der bisherigen Fördermittel beschlossen – Künftige Lösung soll sich stärker am tatsächlichen Raumbedarf orientieren

Verbandsgemeinderat stellt Weichen für neuen Sanierungsplan

Der Verbandsgemeinderat Diez hat in seiner Sitzung am 14. September beschlossen, die bewilligten Fördermittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung – EFRE – für die energetische Sanierung der Esterauschule Holzappel zurückzugeben. Hintergrund sind erheblich gestiegene Sanierungskosten und die bestehenden Förderbedingungen, die eine Umsetzung mit reduzierter Gebäudefläche nicht zulassen. Mit der Entscheidung soll der Weg für eine neue, wirtschaftlich tragfähige Planung eröffnet werden, die sich stärker am tatsächlichen Raumbedarf der Schule orientiert.

Ausgangspunkt war eine energetische Untersuchung aller Schulen der Verbandsgemeinde im Jahr 2023. Dabei wurde festgestellt, dass die Esterauschule energetisch in einem sehr schlechten Zustand und sanierungsbedürftig ist. Im Rahmen dieser Untersuchung ermittelte das beauftragte Ingenieurbüro zunächst voraussichtliche Sanierungskosten in Höhe von rund 4,14 Millionen Euro. Diese Kostenschätzung bildete die Grundlage für einen Förderantrag, der im Weiteren auch bewilligt wurde: Im Dezember 2024 erhielt die Verbandsgemeinde einen Förderbescheid über rund 3,73 Millionen Euro.

Nach dem Beschluss des Verbandsgemeinderates wurden dann die Planungsleistungen zur energetischen Sanierung europaweit ausgeschrieben. Die anschließend beauftragten Fachplanungsbüros untersuchten das Gebäude genauer und erarbeiteten eine vertiefte Planung. Dabei zeigte sich, dass der tatsächliche Sanierungsbedarf erheblich höher ausfällt als zunächst angenommen. Die detaillierte Kostenaufstellung beläuft sich auf rund 11,2 Millionen Euro (einschließlich LED-Beleuchtung und PV-Anlage). Bei unveränderter Förderung würde der Eigenanteil der Verbandsgemeinde damit auf rund 7,48 Millionen Euro steigen.

Angesichts dieser Entwicklung wurde auch die Größe des Schulgebäudes betrachtet: Die Esterauschule verfügt über eine Bruttogrundfläche von 5.186 Quadratmetern. Für eine zwei- bis dreizügige Grundschule werden nach den zugrunde liegenden Vorgaben jedoch nur rund 2.700 Quadratmeter benötigt. Das Architekturbüro entwickelte deshalb einen neuen Ansatz, bei dem nur die künftig erforderlichen Gebäudeteile saniert und die übrigen zurückgebaut werden sollen. Damit könnte die Sanierung gezielter auf die Anforderungen des Schulbetriebs ausgerichtet werden.

Dieser Ansatz lässt sich jedoch nicht mit dem bestehenden Förderbescheid vereinbaren. Änderungen der geförderten Gebäudefläche dürfen maximal fünf Prozent betragen. Das Ministerium riet daher und mit Blick auf die dahingehend strengen EFRE-Vorgaben zur Rückgabe der Fördermittel, falls eine bewilligungskonforme und fristgerechte Umsetzung nicht möglich sei. Auch die weiteren Bemühungen von Bürgermeisterin Maren Busch auf politischer Ebene führten zu keiner Lösung, die die Fortführung des bisherigen Fördervorhabens ermöglicht hätte.

Mit der in der gestrigen Sitzung beschlossenen Rückgabe des Förderbescheids zieht der Verbandsgemeinderat die Konsequenz aus der Kostenentwicklung und den bestehenden Förderbedingungen. Zugleich bekannte sich der Rat klar zum Schulstandort Holzappel, dessen Fortbestand steht daher nicht in Frage.

Der Sanierungsbedarf der Esterauschule jedoch bleibt bestehen. Die Erkenntnisse aus der vertieften Planung bieten eine wichtige Grundlage, um die weitere Entwicklung des Schulstandortes neu auszurichten. Maren Busch verdeutlicht: „Ziel ist eine langfristig tragfähige Lösung, die den Anforderungen des Schulbetriebs gerecht wird und zugleich die finanziellen Möglichkeiten der Verbandsgemeinde berücksichtigt.“

Quelle: Verbandsgemeindeverwaltung Diez